Latin Jazz

Dizzy Gillespie
Als 'latin' wird alles bezeichnet was einen süd- oder mittelamerikanischen Einschlag hat. Doch der Jazz, der ursprünglich einmal aus dem Afro-amerikanischen der Südstaaten entstand, fand in den lateinamerikanischen Staaten weniger Anklang. Mexiko beispielsweise, gleich an die USA grenzend, brachte nie wirkliche Einflüsse, außer beispielsweise durch Consuelo Velazquez, eine hervorragende Pianistin. Wesentlich größere Vertreter sind da natürlich die karibischen Staaten, die selber einen hohen Anteil an afrikanisch-stämmigen Einwohnern haben. Auch Brasilien spielt hier eine große Rolle. Aus dem brasilianischen Latin Jazz entstand der Bossa Nova, der Samba und der daraus resultierende Jazz Samba. Der kubanische Latin Jazz hingegen ließ die Stile des Salsa, Merengue, Mambo, Bolero und des Cha-Cha-Cha entstehen.

Der Latin Jazz hat nicht den geschwungenen Rhythmus des Jazz, sondern eher einen direkten. Auch hört man selten einen so genannten Back Beat. Kesselpauke, Güiro und Klanghölzer sind typische Instrumente, die hier mitwirken. Er wird entweder in großen Orchestern oder auch in kleineren Ensembles gespielt.

Dizzy Gillespie u. Sergio Caputo
Die wichtigsten Vertreter des Latin Jazz sind Dizzy Gillespie und Stan Kenton, die in den 1940er Jahren begannen, afro-kubanische Musik zu 'ver-jazzen'. Dabei wurde der melodische Teil eher im Standard, der rhythmische aber im kubanischen Sound gespielt. Der „Peanut Vendor“ war das erste Latin Jazz-Stück, das auf dem US-amerikanischen Markt herauskam und wurde von Stan Kenton produziert. Sieben Jahr später, 1947, spielte Dizzy Gillespie mit Machito und Chano Pozo in der Carnegie Hall und brachte somit eine ganz neue Musikrichtung an das Publikum.