Cool Jazz

Chet Baker
Ende der 1940er Jahre entstand der Cool Jazz aus dem schwarzen Bebop und führte Anfang der 1960er Jahre zum klassischen Free Jazz. Viele Musiker waren einfach unzufrieden mit den Einschränkungen des Bebop und man versuchte verstärkt durch komponierte und improvisierte Parts in den Stücken das ganze zu erweitern und aufzulockern, interessanter zu machen. Dadurch wurden die Stücke oftmals sehr viel komplexer und später sogar mit europäischen Elementen gemischt. Da zahlreiche Musiker des Cool Jazz eine akademische Ausbildung hatten, verstanden sie sich selber auch eher als Kunst-Musiker. Gil Evans und Miles Davis waren die ersten, die allerdings noch stark an den Bebop angelehnt, Aufnahmen machten, die jedoch erst Jahre später in einer Platte zusammengefasst und als „Birth of the Cool“ herausgebracht wurde. Gerry Mulligan und John Lewis sind ebenfalls ganz wichtige Vorreiter gewesen. Einer der wichtigsten Musiker in dieser Stilrichtung ist aber eindeutig Lennie Tristano, ein aus Chicago-stammender weißer Musiker aus einer italienischen Emigrantenfamilie und spielte bereits seit seinem 5ten Lebensjahr Piano. Zusammen mit dem Gitarristen Billy Bauer und dem Tenorsaxophonisten Warne Marsh spielte er zahlreiche Konzerte und er ist wahrscheinlich noch bedeutender als Davis seiner Zeit mit seinem Nonett.

Der in New York entstandene Cool Jazz hatte aber auch Auswirkungen an der Westküste der amerikanischen Staaten und wurde später als der West Coast Jazz bezeichnet. Bekannte Größen sind hier Chet Baker und Chico Hamilton, die beide den europäischen Jazz beeinflussten.

Der Cool Jazz ist alles andere als 'kühl', er ist eher langsam, hat geschwungene Melodien und zeigt sich konzertant orientiert. Dagegen ist der Bebop eher hektisch. Auch spielt beim Cool Jazz eine wichtige Rolle, dass es weniger auf die Solos ankommt als auf das gemeinsame Improvisieren. Dabei ist die Improvisation spontan und nicht mehr komponiert. Beim Cool Jazz gibt es zudem eine Kollektivimprovisation.